Evaluation


Evaluation des Sprachbildungskonzepts

Schwerpunkt: Aufgabenknacker

Schuljahr 2015/16

  1. Verbesserung des Aufgabenverständnisses als Entwicklungsschwerpunkt des Sprachbildungskonzepts
  2. Rahmenbedingungen
  3. Durchführung des Entwicklungsvorhabens
  4. Ziel der Evaluation
  5. Methoden
  6. Ergebnisse (Dokumenten- und Datenanalyse)
  7. Fazit

 

  1. Verbesserung des Aufgabenverständnisses als Entwicklungsschwerpunkt des Sprachbildungskonzepts

Aus einem umfassenden Verständnis von Sprachbildung folgt, dass die Aufgabe der Entwicklung sprachlicher Kompetenzen nicht nur auf den Deutschunterricht beschränkt sein kann. Sprachbildungskonzept ist folglich Aufgabe aller Fächer. 

Seit dem Schuljahr 2013/14 liegt die Verbesserung des Aufgabenverständnisses als  Entwicklungsschwerpunkt für die Unterrichtsentwicklung an unserer Schule fest. Die Befähigung der Schülerinnen und Schüler, Arbeitsaufgaben selbstständig zu erfassen und diese sicher umzusetzen, ist eine Grundvoraussetzung für das selbstständige Lernen, was uns besonders wichtig ist. Unsere Kinder erhalten hiermit die Möglichkeit sich eigenverantwortlich Wissen anzueignen und es zu erweitern.

Im Laufe der Grundschulzeit erhalten somit die Schülerinnen und Schüler ein grundlegendes Handwerkszeug, Lernaufgaben mit maximaler Selbststeuerung zu bearbeiten.

Die Förderung des Aufgabenverständnisses der Schülerinnen und Schüler wurde zugleich Bestandteil unseres Sprachbildungskonzeptes.

 

  1. Rahmenbedingungen

Gesamtschülerzahl

 

Anzahl der Schüler/-innen nicht deutscher Herkunft (ndH)

 

Anzahl der Schüler/ -innen mit Lehrmittelbefreiung (LmB)

 

Die am meisten von den Schülern gesprochenen Erstsprachen

 

Zahl der Erstsprachen, die an der Schule gesprochen werden

 

Anzahl der Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse

 

Schüler mit Sprachförderbedarf

 

 


  1. Durchführung des Entwicklungsvorhabens

Im Schuljahr 2013/14 wurde im Kollegium die Verbesserung des Aufgabenverständnisses als Entwicklungsschwerpunkt des Sprachbildungskonzepts festgelegt. Zuerst hat ein Sprachbildungsteam über die Auswahl von Arbeitsaufträgen beraten, daraufhin wurde eine Liste mit Arbeitsaufgaben für jede Jahrgangsstufe erstellt.

Im Schuljahr 2015/16 wurden die ausgewählten Arbeitsaufträge (Aufgabenknacker) in den Klassen eingeführt.

Die Jahrgangsstufe 1. und 2.  haben den Aufgabenknacker mit Symbolen und zwei Fragen (wo? und was?) gestaltet. Die Symbole wurden einheitlich in jeder Klasse verwendet.

Wo?

Was?

 

In den 3 und 4 Klassen wurden zusätzlich sieben Arbeitsaufträge eingeführt:

  • Unterstreiche
  • Markiere
  • Male an
  • Umfahre
  • Strich waagerecht
  • Stricht senkrecht
  • Zahlen stellengerecht untereinander schreiben

In den 5 und 6  Klassen liegt der Schwerpunkt auf  Wörter verstehen und erklären:

  • Beschreibe – Was soll ich tun? – Ich sage oder beschreibe, wie etwas ist,  aussieht oder passiert ist. (ganze Sätze, viele Adjektive)
    • Bespiel: Beschreibe das Aussehen einer Katze! Die Katze hat ein Fell...
  • Nenne - Was soll ich tun? – aufzählen (Liste von Wörtern, Zahlen oder Symbolen, keine Sätze)
    • Beispiel: Nenne drei Haustiere! Hamster, Katze, Hund,  Nenne deine Lieblingszahlen! 3, 7, 15 …    
  • Erkläre – Was soll ich tun? – Ich mache deutlich warum, weshalb, wie, etwas ist. (ganze Sätze)
    • Hausaufgaben sind wichtig, weil wir dann mehr lernen.
  • Vergleiche -Was soll ich tun?- Ich soll Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausfinden. ( … größer als …., …. so groß wie …)
    • Beispiel: Vergleiche das Auto mit dem Bus! Ein Bus ist größer als …
  • Notiere – Was soll ich tun? – Ich schreibe mir kurz in Stichpunktenetwas auf.
    • Beispiel: Notiere, wie sich deine Mitschüler auf dem Hof beschäftigen!manche spielen fangen, keine Schüler rutschen, manche Schüler prügeln sich

 Um die Indikatoren für alle Schülerinnen und Schüler sichtbar zu machen, entwickelte jede Klasse ein Plakat, auf dem alle Aufgaben mit Symbolen als visuelle Unterstützung aufgeführt wurde. Dieses Plakat wurde in allen Klassenräumen sichtbar befestigt. Alle Lehrkräfte übten und wiederholten mit ihren Schülerinnen und Schüler die Handlungsabfolge beim Aufgabenlesen, so dass eine Verinnerlichung stattfinden konnte.


  1. Ziel der Evaluation

Ziel der Evaluation ist es, festzustellen, inwieweit sich die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler bezüglich der selbstständigen Erfassung und Umsetzung von Arbeitsaufträgen verbessert haben.

  1. Methoden

Um eine Verbesserung beim Aufgabenverständnis und den Erfolg der Schülerinnen und Schüler festzustellen und evaluieren zu können, wurden im Mai 2016 in den 3 – 6 Klassen Test durchgeführt.

 


 


 

  1. Ergebnisse ( Dokumenten- und Datenanalyse )

Grafische Darstellung der richtigen Antworten Mai 2016 – Klasse 3/4

Aufgabenknacker – Jahrgangsstufe 3

100% = 37 SuS

 

Aufgabenknacker – Jahrgangsstufe 4

100% = 60 SuS

Aufgabenknacker – Jahrgangsstufe 5

100% = 56 SuS

 

Aufgabenknacker – Jahrgangsstufe 6

100% = 54 SuS

 


 Jahrgangsstufe 3

100% = 37SuS

Aufgabe

Anzahl der SuS mit richt. Ant.

          %

Unterstreiche

26

70%

Markiere

27

73%

Umfahre

33

90%

Senkrechte Str.

28

75%

Waagerechte Str.

28

75%

Stellengerechte Tabelle

30

81%

 

Jahrgangsstufe 4

100% = 60SuS

Aufgabe

Anzahl der SuS mit richt. Ant.

          %

Unterstreiche

46

77%

Markiere

50

84%

Umfahre

53

89%

Senkrechte Str.

35

59%

Waagerechte Str.

34

57%

Stellengerechte Tabelle

52

87%

 

Jahrgangsstufe 5

100% = 36SuS

Aufgabe

Anzahl der SuS mit richt. Ant.

          %

Beschreibe

31

87%

Nenne

35

97%

Erkläre

27

75%

Unterstreiche

35

97%

Vergleiche

24

67%

Umfahre

27

75%

 

Jahrgangsstufe 6

100% = 54SuS

Aufgabe

Anzahl der SuS mit richt. Ant.

          %

Beschreibe

50

93%

Nenne

52

97%

Erkläre

40

74%

Unterstreiche

42

78%

Vergleiche

46

85%

Umfahre

30

56%

 

Der Test wurde mit 207 SuS aus der Konrad Agahd Schule durchgeführt.

Aus den Ergebnissen ist zu entnehmen, dass die meisten Aufgabenstellungen von den SuS häufig richtig beantwortet wurden. Die Umsetzung des Gelernten bereitet den SuS noch Schwierigkeiten.

Anhang 1 Waagerechte und senkrechte Striche

Anhang 2 Waagerechte und senkrechte Striche

Anhang 3 Nenne, erkläre, unterstreiche

 

Durch Lehrerbeobachtung wurde deutlich, dass die Plakate (Aufgabenknacker) in den Klassenräumen besonders für leistungs- und konzentrationsschwächere SuS  hilfreich waren. Oftmals war nur ein Hinweis auf das Plakat notwendig und die SuS konnten ihre Aufgaben selbstständig bewältigen.

 

  1. Fazit

Eine intensive und konsequente Einbeziehung des Aufgabenknackers wird weiterhin verfolgt. Die Plakate in den Räumen dienen zur Veranschaulichung.

Eine nächste Evaluation erfolgt im nächsten Schuljahr mit den gleichen AB um den Vergleich herzustellen.


 


 

2. Phase Evaluation „Aufgabenknacker“Schuljahr 2017/18

 

Ziel- und Maßnahmenbeschreibung:

Mit der Einführung des Aufgabenknackers im Rahmen der Sprachbildung im Schuljahr 2015/16 wurde das Ziel verfolgt, Schülerinnen und Schüler (SuS) zu befähigen, selbstständig Aufgaben zu lösen. Am Ende eines jeden Schuljahres wird mittels eines Tests in den Jahrgangsstufen 3 und 4 und 5 und 6 überprüft, inwiefern die SuS die erlernten Fähigkeiten anwenden können. Der Test soll uns einerseits Aufschluss darüber geben, inwiefern die SuS basale Kompetenzen zur Aufgabenlösung beherrschen und ob sie im Vergleich zum Vorjahr (betrifft Klassen 4 und 6) Lernfortschritte erzielen, andererseits dient er den Lehrkräften zur Selbstkontrolle.

In zwei verschiedenen Tests (jeweils zusammenfassend Jahrgangsstufen 3 und 4 und Jahrgangsstufen 5 und 6) werden in die Klassen 3 und 4 die Aufgabentypen „Markiere“, „Umfahre“, „Unterstreiche“, sowie die Erstellung einer Tabelle und das Erstellen einer Stellenwerttabelle überprüft, in den Klassen 5 und 6 „Umfahre“, „Unterstreiche“, „Nenne“, „Erkläre“ und „Vergleiche“.

Im Vergleich zum Schuljahr 2016/17 wurde im Test für die Klassen 3 und 4 die Aufgabenstellung zur Tabelle abgewandelt. Im vorherigen Test sollten die SuS senkrechte und waagerechte Striche ziehen, ohne dass hierbei explizit erwähnt wurde, dass sie eine Tabelle erstellen sollen. Die Aufgabenstellung wurde nun durch den Satz „Erstelle eine Tabelle“ erweitert, was dazu geführt hat, dass die meisten der SuS aus beiden Jahrgangsstufen eine Tabelle erstellt haben.

Aufgabe 5 wurde insofern geändert, dass die Zahlen ausgeschrieben wurden.

Im Test der Jahrgangsstufen 5 und 6 wurden die Operatoren „Erklären“ und „Vergleichen“ dahingehend geändert, dass die SuS Erklärungen und Vergleiche in einer produktiven Aufgabe schreiben müssen und nicht mehr nur rezeptiv erkennen müssen.

Bei der Auswertung des Tests wurde eine Änderung insofern vorgenommen, dass nur noch die Einhaltung der Aufgabenstellung mit „ja“ (1) und „nein“ (0) bewertet wurde, nicht mehr die inhaltliche Richtigkeit, da es nicht Ziel ist, diese abzufragen. In Aufgabe 4 (Tabelle) werden nun drei Operatoren bewertet (Tabelle, waagerechte Striche und senkrechte Striche) – vorher waren es zwei (waagerechte und senkrechte Striche).



 

 


 

Auswertung

Insgesamt zeigt sich, dass die Operatoren „Markieren“, „Umfahren“ und „Unterstreichen“ von vielen SuS beherrscht werden, komplexere Aufgabestellungen, die ein besseres Sprachverständnis oder eine Sprachproduktion erfordern, stellen einige SuS vor größere Schwierigkeiten.

Es wird deutlich, dass die SuS zwar in der Lage sind, Tabellen zu erstellen, jedoch – sowohl in den dritten als auch vierten Jahrgangsstufen – die Begriffe „senkrecht“ und „waagerecht“ nicht kennen, sodass hieraus individuelle Konsequenzen für die unterrichtliche Umsetzung des Aufgabenknackers gezogen werden müssen.

Aufgabe 5 (Stellenwerttabelle) konnten zwar die meisten Kinder bewältigen, dennoch wird diese wieder geändert, da hier die Lesekompetenz von ausgeschriebenen Zahlen überprüft wird, was jedoch nicht Ziel des Tests ist, wodurch das Ergebnis verfälscht werden kann.

In den fünften und sechsten Klassen ist auffällig, dass die SuS die Operatoren „Umfahre“ und „Unterstreiche“ weniger beherrschen als die SuS der Klassen 3 und 4, sodass als Konsequenz hieraus auch das bereits bekannte immer wieder gefestigt werden muss.

Im Bereich der Sprachproduktion („Erkläre“ und „Vergleiche“) weisen viele SuS noch Lücken auf, wobei eine Steigerung von der 5. zur 6. Klasse zu erkennen ist, sodass ein besonderes Augenmerk auch auf die produktiven Fertigkeiten gelegt werden muss.

Die Fragestellung zur Begründung war nicht so eindeutig formuliert, dass die SuS einen Kausalsatz geschrieben haben, sondern stattdessen einen Finalsatz. In der Auswertung wurde den SuS hier kein Fehler angerechnet, da es für sie nicht eindeutig erkennbar war, welche Art von Adverbialsatz erfordert ist. Hier muss darauf geachtet werden, dass die SuS eine klare kausale Fragestellung erhalten.

In einigen Klassen haben nahezu 100% der SuS einige Aufgaben richtig gelöst, während die Parallelklassen deutlich schlechter abgeschnitten habe. Um weiterhin ein valides Ergebnis zu erzielen, wird im nächsten Jahr wieder der Test von der Sprachbildungskoordinatorin durchgeführt.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Konzept des Aufgabenknackers konsequent umgesetzt werden muss und bereits gefestigte Aufgabentypen immer wieder wiederholt werden müssen.

 


 


Test 2017, Klasse 5: